Mein Schwedenleben

Leben in Schweden: Als ich Deutschland ohne Abschiedsschmerz verließ

Meine Frau war schon einige Monate in Schweden. Ich musste in Deutschland noch meinen Arbeitsvertrag erfüllen. Als ich endlich zu ihr flog, war da kein Abschiedsschmerz. Ich freute mich einfach darauf, endlich hinterherzukommen.

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KI-generiertes Motiv: Eine lächelnde Frau sitzt am Flugzeugfenster und blickt auf Wolken und eine Seenlandschaft.
Als ich Deutschland verließ, freute ich mich darauf, endlich zu meiner Frau nach Schweden zu kommen.

Leben in Schweden: Als ich Deutschland ohne Abschiedsschmerz verließ

Als ich Deutschland verließ, saß ich in einem Flugzeug.

Meine Frau war schon einige Monate vorher nach Schweden gegangen und hatte dort angefangen zu arbeiten. Ich musste noch meinen Arbeitsvertrag in Deutschland erfüllen. Wir konnten also nicht gleichzeitig los.

Jetzt war auch für mich der Moment gekommen.

Und ich freute mich. Auf meine Frau. Auf unser Haus. Auf das Leben in Schweden, das nun endlich auch für mich beginnen würde.

Ich hatte keinen Abschiedsschmerz. Wirklich keinen.

Wenn ich heute davon erzähle, klingt das vielleicht ein bisschen nüchtern. Als müsste bei so einem großen Schritt doch noch etwas anderes dabei gewesen sein. Ein schweres Herz. Zweifel. Wenigstens ein letzter wehmütiger Blick.

Bei mir war da einfach Vorfreude.

Meine Frau war schon da

Ich flog in kein völlig unbekanntes Leben. Meine Frau war bereits dort. Während ich in Deutschland noch arbeitete, hatte ihr Alltag in Schweden schon begonnen.

Das machte für mich einen Unterschied. Ich musste mir nicht nur vorstellen, wie es irgendwann sein könnte. Es war längst losgegangen. Nur eben noch ohne mich.

Diese Monate dazwischen gehörten auch zu unserem Umzug. Von außen erzählt sich so etwas schnell: Wir sind nach Schweden gezogen. Ein Satz, fertig.

Tatsächlich hatte die eine schon eine neue Arbeitsstelle und die andere musste erst noch ihre alte ordentlich zu Ende bringen. Unsere gemeinsame Entscheidung hatte für eine Weile zwei verschiedene Alltage.

Als ich endlich fliegen konnte, war ich froh, dass dieses Dazwischen vorbei war. Ich wollte zu ihr. Ich wollte, dass wir unser Leben wieder am selben Ort führten.

Das war ein sehr konkreter Wunsch. Kein großes Bild von einer perfekten Zukunft. Erst einmal einfach: endlich hinterher.

Unser Leben in Schweden begann in Sparlösa

Unser erstes Zuhause lag in Sparlösa, in der Gemeinde Vara. Das Haus war ursprünglich ein Ferienhaus gewesen. Dort lebten wir zwei Jahre, bevor wir nach Grästorp zogen.

Ich finde diesen Unterschied zwischen Ferienhaus und Zuhause rückblickend interessant. Es kann dasselbe Haus sein, und trotzdem verändert sich fast alles, sobald man wirklich dort wohnt.

Im Urlaub weiß man, dass man wieder abreist. Man hat ein paar Wochen, in denen der normale Alltag woanders wartet. Wenn etwas umständlich ist, sagt man vielleicht: Ach, für diese kurze Zeit geht das schon.

Wenn man bleibt, wird aus dieser kurzen Zeit das eigene Leben.

Dann steht man morgens auf, weil gearbeitet werden muss. Dann fehlt etwas im Kühlschrank. Dann wartet Wäsche. Und irgendwann denkt man beim Blick aus dem Fenster nicht mehr nur daran, wie schön es hier ist, sondern auch daran, was heute noch erledigt werden muss.

Ich mochte Schweden vorher. Aber mein Leben dort kennenlernen konnte ich erst, als ich nicht mehr nur zu Besuch war.

Ich musste Deutschland nicht schlecht finden

Dass ich ohne Abschiedsschmerz ging, heißt nicht, dass alles in Deutschland schlecht gewesen wäre. So einfach war es nicht, und so möchte ich es auch nicht erzählen.

Ich hatte dort gelebt und gearbeitet. Ein großer Teil meines Lebens gehörte dorthin.

Nur wollte ich jetzt in Schweden leben.

Ich brauchte dafür keine lange Liste, auf der Deutschland verlor und Schweden gewann. Meine Freude auf das Neue war damals einfach größer als alles andere.

Vielleicht war es auch eine Erleichterung, dass ich in diesem Moment nicht innerlich hin- und hergerissen war. Ich musste mir nichts einreden. Ich musste meine eigene Freude nicht erst prüfen, bevor ich sie fühlen durfte.

Es fühlte sich richtig an. Und genau so durfte es sein.

Vorfreude nimmt einem den Alltag nicht ab

Natürlich wusste ich damals noch nicht, wie unser Leben nach vielen Jahren aussehen würde. Ich konnte nicht wissen, welche Menschen wir kennenlernen, was schwierig werden oder wie sehr sich manches verändern würde.

Dass ich gern nach Schweden flog, machte später nicht automatisch alles leicht.

Die Sprache wollte gelernt werden. Freundschaften brauchten Zeit. Und das Leben auf dem Land brachte seine ganz eigenen Gewohnheiten mit. Über vieles davon habe ich in den letzten Geschichten geschrieben.

Ich konnte voller Vorfreude ankommen und mich später trotzdem über etwas ärgern. Ich konnte die Entscheidung richtig finden und einen anstrengenden Tag haben.

Das eine hat das andere für mich nie ausgeschlossen.

Ich glaube, manchmal erwarten wir von einer großen Entscheidung zu viel. Als müsste sie uns für immer bestätigen, dass alles gut ist. Als wäre jeder schlechte Tag ein kleiner Gegenbeweis.

Dabei hatte ich mich für ein Leben entschieden. Und zu einem Leben gehören auch die Tage, an denen man müde ist, etwas vergisst oder am liebsten einfach seine Ruhe hätte.

Zwei Jahre später zogen wir nach Grästorp

Sparlösa war unser erster gemeinsamer Wohnort in Schweden. Nach zwei Jahren zogen wir nach Grästorp.

Heute gehört Grästorp so selbstverständlich zu mir, dass ich manchmal bewusst daran denken muss, dass unser Anfang woanders lag. Nicht an unserem heutigen Privatweg. Nicht in dem Haus, in dem wir jetzt leben.

Auch innerhalb Schwedens ging unser Leben weiter. Wir blieben nicht für immer in dem ersten Haus, nur weil dort unser Anfang gewesen war.

Wenn ich heute auf den Flug zurückblicke, muss ich deshalb keine besonders große Geschichte daraus machen. Ich brauche keinen Abschied, der schmerzhafter war, als er sich angefühlt hat. Und auch keine Ankunft, bei der ich schon alles wusste.

Ich hatte meinen Arbeitsvertrag erfüllt. Meine Frau war in Schweden. Ich konnte endlich zu ihr.

Und ich freute mich.

Diese Freude war echt. Der Alltag, der danach kam, war es auch.

Mehr Geschichten aus meinem Leben in Schweden

In meinem Buch „Das Leben in Schweden ist anders als du glaubst – Was Dir über Arbeit, Alltag und Miteinander kaum jemand erzählt“ schreibe ich über solche persönlichen Erfahrungen und darüber, was nach dem Aufbruch im Alltag wichtig wird.

Wenn du weitere ehrliche Geschichten aus meinem Leben in Schweden lesen möchtest, freue ich mich, wenn du dich für meinen Newsletter anmeldest.

Bild KI-generiert | Idee, Text und redaktionelle Gestaltung: Petra Molin – mit KI-Unterstützung

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