
Echte schwedische Lussekatter sind Hefeteilchen aus Milch, Butter, Zucker und Mehl, klassisch mit Safran gefärbt und zu einem S geformt. Der Teig geht zweimal etwa 30 Minuten, dann backen die Lussekatter bei 200 Grad acht bis zehn Minuten. Bei uns gibt es sie meistens ohne Safran, weil ich in der Familie die Einzige bin, die ihn mag.
Wir haben auch schon die Hefe vergessen. Der Teig stand da. Wir warteten. Wir schauten noch einmal hin. Vielleicht stellten wir ihn wärmer, vielleicht redeten wir ihm gut zu. Irgendwann wurde klar, dass nicht die Raumtemperatur das Problem war. Ohne Hefe geht ein Hefeteig nicht auf. Ein perfektes Blech wird gegessen. Die vergessene Hefe wird erzählt, bis heute.
Was sind Lussekatter eigentlich?
Lussekatter sind schwedische Hefeteilchen, die zum Luciatag am 13. Dezember und in der ganzen Weihnachtszeit gebacken werden. Klassisch leuchten sie durch Safran gelb und haben einen ganz eigenen Geschmack. Bei Luciafeiern gibt es danach oft eine Fika mit Lussekatter oder Pepparkakor.
Ich kannte Lucia kaum, als wir nach Schweden kamen. Richtig kennengelernt habe ich das Fest erst durch den Kindergarten unserer Kinder. Diese Geschichte erzähle ich in Lucia in Schweden. Heute gehören Lussekatter in unserer Küche fest in den Dezember.
Welches Rezept nehmen wir?
Unser Grundrezept stammt von ICA. Im Original gehört Safran hinein. Wir lassen ihn im Familienteig weg. Die Form darf bleiben, den Geschmack machen wir so, wie es zu uns passt. Rosinen mögen wir gern. Manchmal kommen in einen Teil des Teigs geraspelte Schokolade oder Schokodrops.
ZutatMenge für etwa 30 Stück frische Hefe50 g Butter oder Margarine175 g Haushaltszucker2 dl (etwa 180 g) Milch5 dl (500 ml) Salz½ TL Weizenmehlungefähr 1½ l (etwa 900 g) Rosinen, Schokolade oder Schokodropsnach Geschmack Ei zum Bestreichen1 Safran für die klassische Varianteinsgesamt 1 gSchwedische Rezepte rechnen gern in Dezilitern. Ein Deziliter sind 100 Milliliter.
Wie gelingt der Teig Schritt für Schritt?
Der Teig gelingt, wenn die Milch lauwarm ist und du ihm Zeit gibst. So machen wir es:
- Die Hefe in eine große Schüssel bröseln.
- Butter oder Margarine schmelzen, die Milch dazugeben und auf etwa 37 Grad erwärmen.
- Einen kleinen Teil davon über die Hefe gießen und rühren, bis sie sich aufgelöst hat.
- Restliche Milchmischung, Zucker und Salz dazugeben, fast das ganze Mehl einarbeiten.
- Etwa fünf Minuten in der Küchenmaschine oder zehn Minuten mit den Händen kneten, bis der Teig weich und geschmeidig ist.
- Abgedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen.
- Auf der bemehlten Arbeitsfläche formen, bei Bedarf noch etwas Mehl einarbeiten. Rosinen oder Schokolade unter den ganzen Teig oder nur unter einzelne Portionen kneten.
- Auf Backpapier legen, abdecken und noch einmal etwa 30 Minuten gehen lassen.
- Mit verquirltem Ei bestreichen, nach Wunsch Rosinen hineindrücken.
- Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze auf der mittleren Schiene acht bis zehn Minuten backen, unter einem Tuch auf dem Gitter auskühlen lassen.
Und ja: Die Hefe muss tatsächlich in den Teig. Humor ersetzt keine Zutat. Er hilft aber beim zweiten Versuch.
Mit Safran oder ohne?
Mit Safran schmecken Lussekatter klassisch schwedisch, ohne Safran essen bei uns alle mit. Für die gelbe Variante verreibst du den Safran mit etwas Zucker im Mörser und rührst ihn in die geschmolzene Butter, bevor die Milch dazukommt.
Manchmal teile ich mir eine kleine Portion Teig ab und backe sie für mich mit Safran. Dann liegen am Ende verschiedene Lussekatter auf demselben Blech: manche mit Rosinen, manche mit Schokolade und ein paar gelbe für mich.
Warum sind unsere Lussekatter so groß?
Unsere Lussekatter sind deutlich größer als viele gekaufte, weil wir den Teig zu Hause großzügig teilen. In einer Bäckerei müssen alle Stücke gleich aussehen. Zu Hause darf ein Lussekatt die Größe haben, die gerade richtig erscheint. Manchmal erscheint sehr groß richtig.
Große Lussekatter brauchen gegebenenfalls länger als acht bis zehn Minuten. Verlass dich nicht stur auf die Uhr. Sie sollen leicht gebräunt und auch unten durchgebacken sein. Unsere Kinder sind jugendlich und backen immer noch gern mit. Besonders unser Sohn liebt das Backen und kann sich vorstellen, später Konditor zu werden. Seit er dabei ist, sieht er Dinge, die ich nur aus Gewohnheit mache.
Wann backt man Lussekatter in Schweden?
Gebacken werden Lussekatter vor allem rund um den 13. Dezember, viele fangen aber schon im Advent an. Bei uns gehören sie in die ganze Weihnachtszeit, neben Pepparkakor, Knäck und Kanelbullar. Wie wir die Adventszeit sonst feiern, mit einem Licht in jedem Fenster, steht in Wie feiert man Advent in Schweden?. Weitere süße Rezepte findest du in Drei süße Klassiker für deine Weihnachtsküche und auf meiner Seite Weihnachten in Schweden.
Lussekatter sind übrigens nicht das Einzige, was bei uns im Dezember aus dem Ofen kommt. Für Pepparkakor nehmen wir oft fertigen Teig, den es in Schweden in der Weihnachtszeit in vielen Läden gibt. Das empfinde ich nicht als Verrat an der Weihnachtsbäckerei. Ich entscheide, wo sich die Arbeit für uns lohnt. Bei Lussekatter lohnt sie sich, weil wir gemeinsam in der Küche stehen, Teig teilen, formen und über die Größe verhandeln. Die Küche duftet danach den ganzen Nachmittag. Wenn du zum ersten Mal backst, fang ruhig mit einer halben Portion an. Und wenn ein Blech misslingt, erzähl es weiter. Bei uns sind das die Geschichten, die jedes Jahr wiederkommen. Weihnachten muss nicht jedes Mal beweisen, wie viel Arbeit darin steckt.
Häufige Fragen
Kann ich Lussekatter ohne Safran backen?
Ja, das geht wunderbar, der Teig bleibt dann hell und mild, und mit Rosinen oder etwas Schokolade schmecken die Lussekatter auch Menschen, die Safran nicht mögen, so wie fast meiner ganzen Familie.
Wie viel Safran gehört in Lussekatter?
Im ICA-Grundrezept, an dem wir uns orientieren, ist für etwa 30 Stück insgesamt 1 g Safran vorgesehen, der mit etwas Zucker verrieben und in die geschmolzene Butter gerührt wird.
Warum geht mein Hefeteig nicht auf?
Häufig ist die Milch zu heiß oder zu kalt oder der Teig hatte zu wenig Zeit, und manchmal, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, fehlt schlicht die Hefe.
Wie lange halten Lussekatter?
Am besten schmecken sie frisch am Backtag, bei uns sind sie ohnehin schnell weg, und wer vorbacken will, lässt sie gut auskühlen, bevor er sie verpackt.
Ein Familiengebäck muss keinen Wettbewerb in Gleichmäßigkeit gewinnen. Ein Ende ist dicker. Eine Rosine sitzt nicht in der Mitte. Zwei Stücke sind beinahe zusammengewachsen. Sie schmecken trotzdem, vielleicht sogar deshalb. Mehr Geschichten aus unserer Weihnachtsküche, mit Pannen, findest du in meinem Buch Weihnachten in Schweden ist auch nicht immer wie im Bilderbuch.
Herzliche Grüße aus Grästorp,
deine Petra
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Bild KI-generiert | Idee, Text und redaktionelle Gestaltung: Petra Molin – mit KI-Unterstützung
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